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Buchmesse in Ramallah

Angeblich ist es Zufall: Zur gleichen Zeit wie die Buchmesse in Frankfurt hat auch in Ramallah die “Internationale Buchmesse Palästinas” begonnen. Der Anspruch ist groß. Eröffnet wurde die Messe gestern vom palästinensischen Ministerpräsident Salam Fayyad. Über einhundert Aussteller wurden angekündigt. Der Inhalt ist aber eher bescheiden und damit leider recht repräsentativ für die heimische palästinensische Verlags- und Literaturszene. 

Verkaufsausstellung statt Fachmesse

Verkaufsausstellung statt Fachmesse

Statt eines Branchentreffpunkts, auf dem Neuerscheinungen und aktuelle Projekte vorgestellt werden, handelt es sich größtenteils um eine Verkaufsausstellung. Nachdrucke alter arabischer Klassiker, religöse (islamische und christliche) Erbauungsliteratur und diverse Ratgeber machen etwa 90 Prozent des Angebots aus. Die Messe richtet sich ausdrücklich an das einheimische Publikum. Präsentiert werden also fast nur arabische Bücher. International ist an der Messe, dass auch Aussteller aus Jordanien, Ägypten, Tunesien und sogar ein Verlag aus Sri Lanka angereist sind.

Hoher Besuch: Ministerpräsident Salam Fayyad macht bei der Eröffnung einen Rundgang

Hoher Besuch: Ministerpräsident Salam Fayyad macht bei der Eröffnung einen Rundgang

Nur wenige Verlage stellen allerdings Neuerscheinungen vor, und die stammen meistens aus anderen arabischen Ländern – manchmal auch von dort lebenden Palästinensern. In der Heimat fänden palästinensische Autoren kaum Möglichkeiten zu veröffentlichen, hat mir ein Schrifsteller aus Ramallah erzählt. Der palästinensische Markt sei zu klein. Wenn die Leute überhaupt läsen, dann meist ausländische Bücher.  Erfolgreich seien einige palästinensische Schriftsteller höchstens mit übersetzten Büchern oder welchen die gleich auf Englisch für eine ausländisches Publikum geschrieben werden. Die einheimische Branche ist winzig. 

Preiswert und geht immer: Arabische Klassiker. Hier ein Buch über Nagib Mahfuz

Preiswert und geht immer: Arabische Klassiker. Hier ein Buch über Nagib Mahfuz

Ein Buch etwa, das ich gekauft habe, ein neuer Historienschinken des in Jordanien lebenden Palästinensers Ibrahim Nasrallah, wurde im Libanon verlegt und wird im Westjordanland von einem arabischen Verlag aus Haifa in Israel vertrieben. Der Preis von umgerechnet 12 Euro ist für viele Palästinenser sehr hoch. Der x-te Nachdruck eines Naguib-Mahfuz-Romans oder Ghassan-Kanafani-Buches kostet natürlich viel weniger, religöse Literatur gibt’s sogar oft umsonst. Autoren, die vom Schreiben leben müssen, haben es da sehr schwer.

Kann einem den Spaß an jeder arabischen Buchmesse oder an jedem Buchladen verderben: Mein Kampf

Kann einem den Spaß an fast jeder arabischen Buchmesse oder an jedem Buchladen verderben: Mein Kampf

 

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Tänzchen für den Propheten

"Wütendener Araber" in Ramallah protestiert tanzend gegen die Beleidigungen des Islams

“Wütendener Araber” in Ramallah protestiert tanzend gegen die Beleidigungen des Islams

Viel war bisher nicht los in den  Haupt- und sonstigen Städten der arabischen Welt an diesem Freitag - nicht in Kairo und erst recht nicht in Ramallah. Von der befürchteten Protestwelle oder dem #MuslimRage ist nichts zu sehen. Stattdessen drückt dieser Palästinser seine Begeisterung für den Propheten Muhammad mit einem Dabkeh-Solo während einer sonst ziemlich müden Veranstaltung unter dem Motto “Beistand für den Propheten” aus.

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Palästinas erster Picasso

In Ramallah gibt es eine sehr sehr kleine Ausstellung noch bis Monatsende. Ein einziges Picassogemälde ist in der Internationalen Kunstakademie zu sehen. Für viele Palästinenser ist es dennoch eine große Sache, denn bisher hatte noch nie ein Museum in Europa oder sonstwo gewagt, ein vergleichbar wertvolles Gemälde in die Palästinensergebiete auszuleihen.

Gesamtkunstwerk: Polizisten und Picasso in Ramallah

Gesamtkunstwerk: Polizisten und Picasso in Ramallah

Auch wenn man schon viele Picassos gesehen hat. Das wohl einmalige Verhältnis von Kunstwerken zu Besuchern (ich war allein im Raum) zu Bewachern schafft ein ganz besonderes Feeling.

Noch mehr Uniformierte im Vorraum

Noch mehr Uniformierte im Vorraum

Mehr zu der Aktion (das Bild nach Ramallah zu bringen, ist ja eher eine Performance als ein bloßes Ausstellungsprojekt) gibt es in diesem Artikel in der FTD.

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“Vor dem nächsten Checkpoint, links abbiegen”

Ein Artikel von mir in der Welt über kreative palästinenische IT-Start-Ups in Ramallah.

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