“Öl. Religion. Besatzung. Und möglicherweise Hebron. Eine brandgefährliche Mischung. Boom Boom!”
Das ist der “Kommentar” eines britischen Diplomaten in Ost-Jerusalem in einer E-Mail über die wie er ausdrückt “hohe Wahrscheinlichkeit”, dass Israel ein Ölfeld ausbeute, dass auch unter das Westjordanland reicht, und dass es weitere Ölfelder gibt - unter anderem in der Nähe Hebrons, einem Brennpunkt des Konflikts zwischen israelischen Siedlern, der Armee und den Palästinensern.
Der britisch-palästinensische Analyst Victor Kattan, über dessen Studie über das Gasfeld in Gaza ich vor einigen Tagen hier gepostet hatte, hat diese E-Mail und einige andere zum Thema vom brititschen Außenministerium auf Grundlage des Informationsfreiheitsgesetzes erhalten. Die jüngste Mail, die sich speziell mit der Möglichkeit von Ölfeldern und deren Ausbeutung im Westjordanland beschäftigt, stammt von Anfang dieses Jahres.
Die britischen Diplomaten spekulieren, die palästinensische Autonomiebehörde könne sich komplett selbst finanzieren, wenn sie ihre eigenen Bodenschätze ausbeuten könnte. Derzeit steht die Behörde wieder mal am Rande des finanziellen Zusammenbruchs und wird von europäischen Ländern, wie Großbritannien und Deutschland, den USA und den arabischen Golfstaaten mit Hilfen von mehreren Milliarden Dollar pro Jahr am Leben gehalten. Die Briten halten die Rohstofffrage daher nicht nur für eine israelisch-palästinensische Streitfrage, sondern auch direkt für eine “UK-Steuerzahler-Angelegenheit”.
